Chronik der dpa
2000
Eröffnung des dpa-Hauptstadtbüros in Berlin.
Gründung der Tochter dpa-infocom.
dpa-Bilddatenbank auch im Internet verfügbar.
2002
dpa-Gesellschaftskapital 16.464.750 €, Umsatz (2001) 106 Mio €, Beschäftigte 900
Neustrukturierung des Internationalen Dienstes in Englisch: Die Zentral-Redaktion sendet seit August aus Cork (Irland).
Gründung der dpa Picture-Alliance GmbH für den Vertrieb von Bildern der dpa-Bilderdienste und anderer Partneragenturen über das Bildportal www.picture-alliance.com
2003
Im Inland stellt dpa die redaktionellen Abläufe in den Landesbüros um – eine der umfassendsten Reformen in der Agenturgeschichte.
2004
Ein neues Preismodell – unter anderem mit Auflagen-Rabatten – erweist sich angesichts der so genannten Medienkrise als wichtiges Mittel zur Kundenbindung.
Das europäische Mobilfunkprojekt MINDS startet: Es entwickelt für Tageszeitungen eine technische Plattform für lokale und regionale Mobilfunk-Dienste.
2005
Der dpa/gms-Themendienst feiert sein zehnjähriges Bestehen.
2007
Start des ersten crossmedialen und zielgruppenspezifischen Dienstes: Die „dpa-Nachrichten für Kinder“ bringen Texte, Bilder, Podcasts und animierte Grafiken.
dpa meldet
2000
bdt0229 3 vm 910
13.01.2000 dpa 0222
Jahreswechsel/2000/
* inla ausl tour verk
Willkommen, 2000: gigantische Feste, keine Computerprobleme =
Hamburg (dpa) - Willkommen, 2000: Friedlich, ausgelassen und mit nie da gewesenen Partys haben die Menschen auf der Erde begeistert das neue Jahrtausend begrüßt. Die «Nacht der Nächte» wurde zu einem globalen Spektakel von der Südsee über Berlin bis New York mit furiosen Feuerwerken und ausgelassenen Rekord-Festen. Das von vielen befürchtete Computer-Chaos blieb in der Neujahrsnacht aus. Nur vereinzelt kam es zu Krawallen und Unfällen.
Rund um den Globus blieben die Lichter an, Flugzeuge landeten sicher, und die Wasserversorgung arbeitete normal. Unternehmen und Regierungen hatten weltweit schätzungsweise 600 Milliarden Mark ausgegeben, um die Computeranlagen fit für den Datumswechsel zu machen. Pessimisten hatten für die Silvesternacht weit reichende Probleme vorausgesagt, da die ältere Computersysteme das Jahr 2000 als 1900 interpretieren. Doch Energieversorger, Telekom, Banken und vor allem der zentrale Krisenstab in Berlin meldeten durch die Bank: Alles glattgegangen. Auch im globalen Computernetzwerk Internet gab es keine Probleme. Lediglich in zwei japanischen und zwei spanischen Atomkraftwerken gab es durch das Jahr-2000-Problem kleinere Probleme an Computeranlagen.
Das neue Jahrtausend kam zuerst in der Südsee an, umrundete dann den Globus und endete wieder in der Südsee, auf Samoa. Mit Chören aus Händels «Messias» feierten die Menschen im Königreich Tonga zeitgleich mit Sängern und Tänzern auf der winzigen «Millenniuminsel» in der Südsee als erste das Jahr 2000. Die Inselrepublik Kiribati hatte sich ebenso wie Tonga die beste Startposition durch findige Verwaltungsakte gesichert: Um Punkt 11.00 Uhr MEZ brach der Jubel los. Kiribati hatte die weit im Osten liegende Insel eingemeindet und die Datumsgrenze damit «ausgebeult», Tonga die Sommerzeit eingeführt.
In Berlin tanzten auf der größten deutschen Millennium-Party weit mehr als zwei Millionen begeisterte Menschen rund um das Brandenburger Tor. Alle Erwartungen wurden übertroffen. Schon eine Stunde vor Mitternacht musste die Polizei die Zugänge zum Party-Areal abriegeln. Auf der 4,5 Kilometer langen Feiermeile zwischen Siegessäule und Rotem Rathaus standen mehr als 1 000 Künstler auf den Bühnen. Beim weltweit größten Lichtspektakel mit 250 großen Scheinwerfern wurde die Siegessäule mit der «Goldelse» zum blauen Engel, der Tiergarten wurde in buntes Licht getaucht. Bis Berlin nun wieder komplett vom «Müllennium» befreit ist, wird es voraussichtlich zwei Wochen dauern - trotz vollen Einsatzes der Stadtreinigung.
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dpa ki yy
011413 Jan 00
bdt0023 3 pl 453 dpa 2607 15.06.00
Atom/
*ENER inla umwe ipol
Berlin (dpa) - Deutschland wird im Konsens von Bundesregierung und Stromwirtschaft aus der Atomenergie aussteigen. Das Spitzengespräch zwischen Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) und den Chefs der vier größten Energieunternehmen über das Ende der Atomnutzung hat am frühen Donnerstagmorgen in Berlin nach viereinhalb-stündiger Dauer eine Einigung gebracht. Beide Seiten mussten dabei dabei Zugeständnisse machen.
Regierung und Industrie verständigten sich auf eine Gesamtlaufzeit der 19 noch arbeitenden Anlagen von insgesamt 32 Jahren. Damit könnte schon innerhalb der nächsten zwei bis drei Jahre der erste Atommeiler vom Netz gehen.
Nach Angaben von Bundeskanzler Gerhard Schröder einigten sich die Gesprächsteilnehmer auf eine Gesamtmenge von Atomstrom, den die Unternehmen in den nächsten Jahren produzieren dürfen. Dieser betrage 2 500 Terawattstunden (ein Terawatt ist eine Billion Watt). Das entspricht nach Schröders Darstellung einer Laufzeit von 32 Kalenderjahren.
Dabei wird jetzt offenbar jede einzelne Anlage bewertet und ihr eine Strommenge zugewiesen. Auf diese Weise könnte sich dann doch ein überschaubares Datum für das Abschalten des letzten Atomkraftwerks errechnen lassen. Auch über die Modalitäten der Entsorgung sei Einigkeit hergestellt worden, sagte Schröder weiter.
An dem Gespräch im Kanzleramt nahmen neben Umweltminister Jürgen Trittin die Vorstandsvorsitzenden der Energieversorger RWE, VEBA, VIAG und Energie Baden-Württemberg sowie Wirtschaftsminister Werner Müller (parteilos) teil. Durch die Einigung wird der Plan der rot-grünen Bundesregierung überflüssig, den Energieunternehmen den Ausstieg durch ein Gesetz vorzuschreiben. Nach den Vorstellungen der Regierung sollten die Atommeiler nach rund 30 Jahren Laufzeit abgeschaltet werden.
VEBA-Chef Ulrich Hartmann betonte nach dem Treffen vor Journalisten, die Kompromissfindung sei "nicht ganz einfach gewesen". Beide Seiten seien "nicht ganz glücklich". Hartmann brachte erneut das Bedauern der Stromwirtschaft über den grundsätzlichen Beschluss der rot-grünen Koalition zum Ausdruck, aus der Atomkraft auszusteigen. Nun gehe es aber auch für die Industrie darum, den Ausstieg in geordneter Weise umzusetzen. Er appellierte an die Opposition, diese Vereinbarung ebenfalls zu akzeptieren.
RWE-Chef Dietmar Kuhnt erklärte, auch das Problem Mülheim-Kärlich (Rheinland-Pfalz) sei gelöst worden.Sein Konzern akzeptiere die Stilllegung und werde die eingeleiteten rechtlichen Schritte zurücknehmen. Im Gegenzug erhalte RWE von der Regierung eine Strommenge gutgeschrieben, die einer Nutzung des Kernkraftwerks von elf Jahren entspräche. Diese Menge dürfe auf andere Anlagen übertragen werden.
Bis zum Schluss war eine Einigung in Frage gestellt. Wie verlautete, beharrten die Stromkonzerne im Vorfeld des Treffens auf einer Gesamtlaufzeit von 35 Jahren. Gleichwohl hatten sich Vertreter der Bundesregierung während des Tages optimistisch gezeigt, dass es nach anderthalbjährigen Verhandlungen zu einer Einigung kommt.
2001
bdt0452 3 pl 641
21.01.2001 dpa 0368
USA/Präsident/
* ausl ipol pers
(Zusammenfassung - neu: Parade, erste Amtshandlung)
George W. Bush 43. Präsident - "USA bleiben in der Welt engagiert" =
Washington (dpa) - Mit einem Appell zur Gemeinsamkeit und der Versicherung, die internationale Verantwortung nicht zu scheuen, ist George W. Bush am Samstag in Washington als neuer Präsident der USA angetreten. Bush wandte sich nach seiner Vereidigung am Mittag an das Volk. Anschließend fand auf der Pennsylvania Avenue trotz kalten Nieselwetters die traditionelle farbenprächtige Vereidigungsparade statt. Zehntausende von Demonstranten protestierten vor allem gegen Bushs strittigen Wahlsieg in Florida. Meldungen über Ausschreitungen gab es aber zunächst nicht.
In seiner kurzen Antrittsrede bekräftigte der 43. Präsident, dass die USA eine starke Verteidigung aufbauen und gegen Massenvernichtungswaffen vorgehen würden. Amerika wird sich weiter in der Welt engagieren... Wir werden unsere Verbündeten und unsere Interessen verteidigen. Wir werden ohne Arroganz zielbewusst sein. "Wir werden Aggression und bösen Willen mit Entschlossenheit und Stärke beantworten", rief der Republikaner aus.
Mit Blick auf den umstrittenen Sieg über den Demokraten Al Gore beschwor Bush die Einheit des Landes. Er versprach Gerechtigkeit und Chancengleichheit für alle. Er appellierte an die Bürger, persönlich Verantwortung für die Lösung gesellschaftspolitischer Probleme zu übernehmen. Die Regierung allein könne dies nicht leisten.
Ausdrücklich kündigte er eine Reform des Schulwesens, der Sozialversicherung und des Gesundheitswesens an. Mit Steuersenkungen solle die Wirtschaft wieder angekurbelt werden.
Bush legte den Amtseid auf derselben Bibel ab wie vor zwölf Jahren sein Vater, Ex-Präsident George Bush. Der Sohn kämpfte wie der Vater mit den Tränen, als der Beifall aufbrauste und sein Vorgänger Bill Clinton ihm alles Gute wünschte. Der Chefrichter des Obersten Gerichts, William Rehnquist, sprach die traditionelle Eidesformel vor. Wenige Minuten vor Bush legte Vizepräsident Richard Cheney seinen Eid auf einer Familienbibel ab.
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dpa hw/cw/ch xx hf
202145 Jan 01
bdt0380 3 vm 489
23.03.2001 dpa 0326
Russland/Raumfahrt/KORR/
* ausl wiss
Russland nahm mit Trauer Abschied von der Sternschnuppe Mir
Von Friedemann Kohler, dpa =
Moskau (dpa) - Ein Bündel silbrig glänzender Sternschnuppen am Abendhimmel über der Südsee war das letzte, was vom Stolz der russischen Raumfahrt zu sehen war. Für Russland ging mit dem Absturz der Raumstation Mir am Freitag eine Epoche zu Ende: Um 6.57 Uhr MEZ stürzten die letzten Trümmer in den Pazifik. "Der Flug der Station Mir ist nach 15 Jahren beendet", stand auf dem riesigen Kontrollbildschirm im russischen Flugleitzentrum bei Moskau.
Genau 86 331 Mal war die Mir als kleiner Punkt über diese Weltkarte gewandert. Um 7.00 Uhr erlosch der Bildschirm, und die russische Raumfahrt war nicht mehr dieselbe. Allein kann sich das verarmte Riesenreich bemannte Flüge nicht mehr leisten. Beim Aufbau der neuen Internationalen Raumstation ISS spielt Russland nur die zweite Geige hinter den USA
Für die Ballistiker im Flugleitzentrum war der punktgenaue Absturz ein letzter Beweis ihrer Meisterschaft. Wie viel Spott hatte sich die Mir in den letzten Jahren anhören müssen, über die "pannenanfällige Blechbüchse" im Weltraum mit dem "zickigen Bordcomputer" ! Im Katastrophenjahr 1997 mussten die Kosmonauten erst mit Feuerlöschern gegen einen lebensbedrohlichen Brand kämpfen, dann rammte ein Progress-Versorgungsschiff die Mir und riss ein Leck in die Haut.
Doch in der entscheidenden Nacht zum Freitag funktionierte die alte Station so präzise wie ein Uhrwerk. Drei Bremsschübe brachten die Mir, mit 137 Tonnen halb so schwer wie ein Jumbo-Jet, sicher zur Erde. "Wir haben bei keinem Schritt, bei keinem Millimeter einen Fehler gemacht", triumphierte Juri Koptew, der Chef der russischen Raumfahrtbehörde Rosawiakosmos. "Wir hatten 6000 Kilometer Wasser zur Verfügung. Die haben wir getroffen", winkte Vize-Flugleiter Viktor Blagow dagegen erschöpft ab.
(...)
11. September 2001
bdt0442 2 vm 86 dpa 0375
Luftverkehr/Unfälle/
(Eil Eil !!!!!!!!!!)
Flugzeug ins World Trade Center gestürzt - zweite Explosion =
New York (dpa) - Zwei Flugzeuge sind innerhalb von kürzester Zeit am Dienstag in das World Trade Center in New York gestürzt. Das berichtete der Nachrichtensender CNN. Eine sei eine zweimotorige Maschine, möglicherweise eine Boeing 737, gewesen, hieß es.
Mehrere Stockwerke stehen in Flammen, dichte Rauchwolken liegen über der Stadt. Zeugen berichteten, es habe einen lauten Knall gegeben. Kurze Zeit später waren auch im zweiten Turm Flammen zu sehen. Ob es sich möglicherweise um einen Anschlag handelt, ist noch nicht klar. Angaben zu Verletzten gab es noch nicht.
dpa ca yyzz zi
111509 Sep 01
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bdt0502 2 pl 50 dpa 0438
USA/Terrorismus/
(Eil !!!!!)
CNN: Flugzeug raste auch in Pentagon =
Washington (dpa) - Nach den beiden Flugzeugen, die in das World Trade Center in New York gerast sind, ist am Dienstag ein drittes Flugzeug in das Pentagon in Washington gestürzt. Dies berichtete der Nachrichtensender CNN. Inzwischen wurden auch das Weiße Haus, das Parlament im Capitol und andere Regierungsgebäude evakuiert.
dpa pn/sp/jk xx
111556 Sep 01
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bdt0717 3 pl 231 dpa 0616
USA/Terrorismus/
(Chronologie)
Die Schläge des Terrors =
Washington (dpa) - Wie ein Uhrwerk liefen am Dienstag die Terrorschläge gegen die USA ab:
08.42 Uhr Ortszeit: Ein Flugzeug rast in einen der beiden Türme des World Trade Centers, des New Yorker Wahrzeichens der Wirtschaftsmacht USA. Augenzeugen glauben zunächst an ein Unglück.
09.00: Eine zweite Maschine prallt auf den anderen Turm. Der Verdacht, dass es sich um einen terroristischen Angriff handelt, wird immer stärker. Niemand weiß zunächst, woher die Flugzeuge kamen.
09.24: US-Präsident George W. Bush spricht in Sarasota (Bundesstaat Florida) von einer «nationalen Tragödie». Es handele sich «offensichtlich» um eine terroristische Attacke.
09.35: Ein weiteres Flugzeug geht auf das Verteidigungsministerium in Arlington bei Washington nieder. Ein Teil des riesigen Gebäudes am Potomac-Fluss wird verwüstet. Das Pentagon, das Weiße Haus, weitere Ministerien und das Kapitol werden evakuiert.
09.50: Einer der Zwillingstürme des World Trade Centers stürzt zusammen.
10.30: Der zweite Turm stürzt ein
11.17: United Airlines bestätigt, dass Flug 93 von Newark nach San Francisco, eine Boeing 757, bei Pittsburgh abstürzte; der Absturz ereignete sich um 10.29 Uhr. Die Maschine war um 08.42 Uhr gestartet.
Wenig später bestätigt die Gesellschaft auch den «Verlust» einer Boeing 767 auf dem Flug von Boston nach Los Angeles. Der Flug 175 startete um 08.14 Uhr ins Verderben.
Die Fluggesellschaft American Airlines bestätigte zuvor den Absturz von zwei Flugzeugen; sie waren in das World Trade Center eingeschlagen. Eine Boeing 767 mit 81 Passagieren und 11 Besatzungsmitgliedern war auf dem Weg von Boston nach Los Angeles. Eine Boeing 757 mit 58 Passagieren und 6 Crew-Mitgliedern war auf dem Flug von Washington nach Los Angeles.
dpa hw xx pn
111855 Sep 01
2002
Erstmals hängt der Euro die nationalen Währungen ab
11. Januar 2002
bdt0297 4 wi 123 dpa 0249
Währung/Euro/
Erstmals hängt der Euro die nationalen Währungen ab =
Frankfurt/Main (dpa) - Schon zehn Tage nach Einführung des neuen Bargeldes hat der Euro die alten nationalen Währungen abgehängt. «Zum ersten Mal übersteigt der Wert der umlaufenden Euro-Banknoten den Wert der nationalen Scheine», sagte Eugenio Domingo Solans, Mitglied des Direktoriums der Europäischen Zentralbank (EZB), am Freitag in Madrid. Bei Bargeldzahlungen sei die Vorherrschaft des neuen Geldes noch deutlicher. Bis zum Wochenende werden fast alle Barkäufe in Euro beglichen, schätzt die EZB.
Obwohl die neuen Scheine und Münzen beim Einkauf schon deutlich dominieren, ist immer noch viel altes Geld im Umlauf. Der Rückfluss der nationalen Währungen über die Banken zu den Notenbanken brauche Zeit, erklärte die EZB. Der Wert der zirkulierenden demnächst ungültigen Währungen fiel bis zum 10. Januar auf 190,6 Milliarden Euro (372,8 Mrd DM).
dpa yo yyhe uw
111330 Jan 02
Der Verlauf der Hochwasser-Katastrophe in Deutschland
25. August 2002
bdt0304 4 vm 689 dpa 0252
Hochwasser/ (Chronologie)
Der Verlauf der Hochwasser-Katastrophe in Deutschland=
Hamburg(dpa)- Seit zwei Wochen wälzt sich das Jahrhunderthochwasser der Elbe durch Deutschland. Heftige Unwetter und Regenfälle in Europa suchten bereits im Juli weite Teile Europas heim. Die Menschen in Österreich werden zuerst von Hochwasser getroffen. Schließlich steigen Bäche und Flüsse im Erzgebirge unerbittlich an, die Flut wälzt sich Richtung Norden - eine Chronologie:
Montag, 12. August: Im Erzgebirge und in Dresden wird wegen des Hochwassers Katastrophenalarm ausgelöst. In Glashütte bricht ein Damm. Mehrere Menschen stürzen in die Müglitz. Auf Passau rollt eine Flutwelle zu. In Teilen Tschechiens wird der Notstand ausgerufen. Auch Prag wird teilweise überflutet.
Dienstag, 13. August: Das Hochwasser nimmt historische Ausmaße an. Die Zahl der Todesopfer in Europa steigt auf mindestens 80. In Sachsen sind mehrere Orte von der Außenwelt abgeschnitten. In Österreich und Tschechien versinken ganze Landstriche in den Wassermassen. Teile Prags werden evakuiert.
Mittwoch, 14. August: Regensburg wird von einer Flutwelle erfasst. Zehntausende Menschen kämpfen in Dresden gegen Überschwemmungen. In Sachsen steigt die Zahl der Todesopfer auf 8. In Sachsen-Anhalt überschwemmt die Mulde im Landkreis Bitterfeld mehrere Orte.
Donnerstag, 15. August: Dresden wird von einer zweiten Hochwasser- Welle überflutet. Dort und in Pirna werden Wohnhäuser geräumt und Museen gesichert. In Tschechien stehen Teile des Chemiewerks Spolana in der Nähe von Usti nad Labem (Aussig) unter Wasser. Im Raum Regensburg und Passau entspannt sich die Lage langsam.
Freitag, 16. August: Am Morgen überschreitet die Elbe in Dresden den Höchststand von 8,77 Metern aus dem Jahr 1845 - normal sind rund 2 Meter. Historische Gebäude werden überflutet.
Samstag, 17. August: In Dresden beginnt die Elbe beim Höchststand von 9,40 Metern zu sinken. In Bitterfeld dringt das Wasser in die Innenstadt ein. In Tschechien und Bayern hat sich die Lage entspannt.
Sonntag, 18. August: Im evakuierten Torgau in Sachsen gibt der Deich nach. Im Landkreis Wittenberg in Sachsen-Anhalt strömt die Flut nach einem Dammbruch auf mehrere bereits geräumte Orte zu. In Dessau kann ein Deich an der Mulde nicht gehalten werden. Bundeskanzler Gerhard Schröder trifft sich mit seinen Amtskollegen aus Österreich, Tschechien und der Slowakei sowie EU-Kommissionspräsident Romano Prodi zu einem Hochwassergipfel.
Montag, 19. August: Die Flutwelle erreicht Norddeutschland, die Pegel steigen schneller als erwartet. In Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein werden Schutzdeiche mit mehr als einer Million Sandsäcke verstärkt. Am Mittellauf der Elbe bleibt die Lage kritisch: Allein im Landkreis Wittenberg in Sachsen-Anhalt meldet der Krisenstab sieben Dammbrüche. Die Regierung beschließt die Verschiebung der zweiten Stufe der Steuerreform von 2003 auf 2004.
Dienstag, 20. August: Der Scheitel des Hochwassers verlagert sich ins nördliche Sachsen-Anhalt und Brandenburg, während in Sachsen das Aufräumen beginnt. In Sachsen-Anhalt bricht am Elbe-Umflutkanal bei Magdeburg der Deich. Mehrere Dörfer werden evakuiert.
Mittwoch, 21. August: In Sachsen hat das Hochwasser einen Schaden in Höhe von rund 15 Milliarden Euro angerichtet. Die Flutwelle bedroht die Deiche in Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt. In Sachsen-Anhalt und Brandenburg sind Deiche gefährdet und Gebiete mit mehr als 60000 Menschen evakuiert.
Donnerstag, 22. August: Die Wassermassen bedrohen die Deiche im Norden. Tausende Helfer arbeiten rund um die Uhr. Brennpunkte sind die brandenburgische Prignitz und Elb-Abschnitte in Niedersachsen. Bei Umweltschützern wächst die Sorge um mögliche Dioxine aus dem Chemiewerk Spolana in Tschechien. Die Union erklärt sich bereit, den Steuerplänen der Regierung noch vor der Bundestagswahl zuzustimmen.
Freitag, 23. August: Die aufgeweichten Deichen in Niedersachsen und Mecklenburg bleiben unter Druck. Mehrere Orte werden evakuiert. Noch mindestens 30000 Menschen harren in Notunterkünften aus, rund 25 000 Soldaten der Bundeswehr sind im Einsatz. Die Zahl der Toten erhöht sich bundesweit auf 18. Die SPD und Kanzler Gerhard Schröder profitieren nach Meinungsumfragen vom Krisenmanagement.
Samstag, 24. August: Das tückische, aber leicht sinkende Hochwasser zwingt die Helfer zu immer neuen Noteinsätzen an den vielen Sickerstellen. Nur durch ständig neue Sandsäcke widerstehen die Elb-Deiche dem tonnenschweren Druck. Durch zwei Deichsprengungen zwischen Dessau und Wittenberg soll ein Rückfluss des Wasser zurück in die Elbe erreicht werden. Die SPD sieht durch die Umfragen einen Wendepunkt im Wahlkampf zu ihren Gunsten. Die Spenden für die Opfer wachsen auf einen Rekordstand. Bundesweit gibt es jetzt 20 Tote.
Sonntag, 25. August: Im Norden geht der Kampf um die vielerorts weich wie Pudding werdenden Deiche weiter. In Magdeburg sinkt der Pegel schneller als erwartet. In Dresden werden die Aufräumarbeiten fortgesetzt. Weiter sind zehntausende Bundeswehrsoldaten in den Hochwasserregionen im Einsatz. Der Streit um die Finanzierung der Fluthilfe geht weiter. Wirtschaftsverbände lehnen Steuerbelastungen ab. Die EU-Kommission kündigt Hilfen für die Opfer an.
dpa fu/ah/ry/bw yyzz bw
251451 Aug 02
2003
Krieg im Irak
Konflikte/Irak/USA/
(Blitz )
Weißes Haus: Entwaffnung des Iraks hat begonnen =
200348 Mrz 03
Konflikte/Irak/USA/
(Eil - Überblick 0345)
Luftabwehrfeuer über Bagdad =
Washington/Bagdad (dpa) - In Bagdad war nach Meldungen amerikanischer Fernsehsender am frühen Donnerstagmorgen Sirenengeheul und Luftabwehrfeuer zu hören. Es gebe jedoch keine Hinweise auf Explosionen. Nur anderthalb Stunden zuvor war das 48-stündige Ultimatum der USA an Staatschef Saddam Hussein verstrichen.
dpa tm/sp xx sp
200344 Mrz 03
Konflikte/Irak/USA/
(Eil - Überblick 0400)
Weißes Haus: Erste Phase des Kriegs hat begonnen =
Washington (dpa) - Die USA haben mit der ersten Phase des Kriegs gegen den Irak begonnen. Das teilte der Sprecher des Weißen Hauses, Ari Fleischer, mit. Präsident George W. Bush werde um 4.15 Uhr MEZ eine Erklärung abgeben. Zuvor hatten die USA nach Informationen des Nachrichtensenders CNN Cruise Missiles auf Bagdad abgefeuert.
In Bagdad waren mehrere schwere Explosionen zu hören. Zuvor hatte es Sirenengeheul und Luftabwehrfeuer gegeben. Nur anderthalb Stunden zuvor war das 48-stündige Ultimatum der USA an Staatschef Saddam Hussein verstrichen.
dpa tm xx sp
200355 Mrz 03
Letzter "Käfer" rollt vom Band
30. Juni 2003
Auto/VW/Mexiko/
(Zusammenfassung 1715)
Letzter VW-Käfer in Mexiko vom Band gelaufen
Von Klaus Blume, dpa =
Puebla (dpa) - Der weltweit letzte VW-Käfer ist am Mittwoch bei Volkswagen de México vom Band gelaufen. Damit ging im Werk in der Nähe der Stadt Puebla - 125 Kilometer südöstlich von Mexiko-Stadt - ein fast 70-jähriges Kapitel Automobilgeschichte zu Ende. Der letzte Käfer ist Teil einer Nostalgie-Edition von insgesamt 3000 Stück, die Volkswagen vor einigen Wochen aufgelegt hatte. Er soll in Wolfsburg im Museum ausgestellt werden.
Mariachi-Musiker mit breiten Sombreros spielten auf, als Arbeiter das in der Farbe «Aquarius Blue» lackierte allerletzte Exemplar des Autos schmückten, von dem es einst hieß, dass «er läuft, und läuft und läuft». Auf der Kofferraumhaube prangte aus Blumen die mexikanische Nationalfarbe in den Fraben grün, weiß und rot. Dann schraubte eine Arbeiter ein Nummernschild mit der Zahl «21529464» an der Stoßstange fest. So viele Exemplare wurden vom dem Erfolgsauto in 68 Jahren gebaut.
In einem abgewandelten Schlachtruf der mexikanischen Fußballfans riefen die Arbeiter «Volkswagen, Volkswagen, Ra Ra Ra». Der Chef des Puebla-Werkes, Reinhardt Jung, sagte, die Mitarbeiter hätten nicht nur an der Produktion eines Autos, «sondern auch an der Schaffung einer Legende mitgewirkt».
In Mexiko hatte der Käfer das Produktionsende in Europa um 25 Jahre überdauert. Seit der Einstellung der Käferproduktion in Brasilien, wo der Wagen bis 1986 und dann noch einmal kurz von 1994 bis 1996 vom Band lief, war Mexiko das einzige Land, in dem der von Ferdinand Porsche entwickelte Kleinwagen noch gebaut wurde. Er war dort auch technisch weiter entwickelt und mit einem Drei-Wege- Katalysator ausgestattet worden.
Noch immer prägt er im Lande der Azteken das Straßenbild. Allein in Mexiko-Stadt verkehren noch rund 80000 Käfer-Taxis. Insgesamt wurden in Mexiko 1,7 Millionen Käfer produziert. In den vergangenen Jahren war aber auch in Mexiko die Nachfrage nach dem Käfer stark zurückgegangen. Wurden 1993 in Puebla noch fast 100000 «vochos» gebaut, waren es im vorigen Jahr nur noch insgesamt 24000 und in den ersten Monaten dieses Jahres nur noch 53 pro Tag.
Die 300 Arbeiter, die zuletzt in der Käferproduktion tätig waren, sollen in anderen Bereichen des Werks unterkommen. In Puebla wird seit 1998 der Käfer-Nachfolger New Beetle für den ganzen Weltmarkt produziert. In diesem Jahr kam das Beetle-Cabrio hinzu. Außerdem läuft dort der Jetta für den ganzen amerikanischen Kontinent vom Band. 2005 soll auch der dem Jetta baugleiche Bora in Puebla für den Export nach Europa gebaut werden.
Vielen mexikanischen VW-Arbeitern war am Mittwoch aber nicht richtig zum Feiern zumute. Vom 1. August an soll wegen eines drastischen Absatzeinbruchs auf dem nordamerikanischen Markt die Tagesproduktion um 23 Prozent verringert werden.
Bis Mittwochmorgen (Ortszeit) gab es zwischen Unternehmensleitung und Belegschaft noch keine Einigung über ein Arbeitszeitmodell, mit dem die drohende Entlassung von 2000 Mitarbeitern verhindern werden sollte. Nach diesem Modell würden die Beschäftigten nur noch an vier Tagen pro Woche arbeiten und 22 Prozent weniger Lohn beziehen.
dpa bl xx pi
301721 Jul 03
Bilanzskandal bei Parmalat
19. Dezember 2003
Italien/Lebensmittel/
(Zusammenfassung 1545 - neu: Auch Deutsche Bank betroffen)
Parmalat praktisch bankrott - Vier-Milliarden-Bilanzloch =
Rom (dpa) - Der angeschlagene italienische Milchprodukte-Konzern Parmalat steht praktisch vor dem Zusammenbruch: Nachdem am Freitag bekannt geworden war, dass das Unternehmen ein Bilanz-Loch von rund 4 Milliarden Euro aufweist, musste der Handel mit der Parmalat-Aktie an der Mailänder Börse wegen heftiger Kursstürze mehrmals ausgesetzt werden. In Finanzkreisen wurde nicht ausgeschlossen, dass der Parmalat-Vorstand noch in einer Sondersitzung am Freitagabend den Bankrott des Unternehmens erklären könnte.
Die Nachricht über die wahrscheinliche Pleite von Parmalat hat an der Börse in Mailand auch die Kurse mehrerer mit dem norditalienischen Unternehmen in Verbindung stehender Banken in den Keller geschickt. Die Deutsche Bank ist mit 5,157 Prozent an Parmalat beteiligt. Der freie Fall der Aktie war vor allem durch eine Mitteilung der Bank of America ausgelöst worden, in der diese die Existenz eines Kontos der Parmalat-Gesellschaft Bonlat über fast 4 Milliarden Euro dementiert.
«Wir haben kein solches Konto mit der Bonlat», hieß es.
Die Bank of America sagte, ein Parmalat-Dokument vom vergangenen März, in dem diese Barmittel-Summe auftaucht, sei nicht authentisch. Die Bonlat Financing Corporation hat ihren Sitz auf den als Steuerparadies bekannten Cayman Inseln. Die Ratingagentur Standard & Poor's hatte die Kreditwürdigkeit des Lebensmittel-Konzerns schon vergangene Woche auf den Status von Junkbonds («Schrottanleihen») und das Rating von B+/B (ausreichend bis mangelhaft) auf CCC (ungenügend) zurückgestuft.
Die Parmalat-Anleihen wurden am Freitag von Analysten bereits als Totalausfall eingestuft - sie notierten nur noch bei 22 Prozent ihres Ursprungswertes. Bereits in der vergangenen Woche war die Aktie mehrere Tage lang suspendiert worden. «Zuletzt hat die Aktie rund 60 Prozent verloren, bevor sie vom Handel ausgesetzt wurde», sagte ein Börsianer.
dpa cf/fa xx uw
191551 Dez 03
2004
Terror in Madrid
11. März 2004
Spanien/Terrorismus/
(Zusammenfassung 2200) (Mit mehreren Bildern und dpa-Grafiken 9224 und 2523 vom 11.03.)
Fast 200 Tote bei Anschlägen auf Pendlerzüge in Madrid - Täter unklar =
Madrid (dpa) - Bei einem der schwersten Terroranschläge seit dem 11. September 2001 sind am Donnerstag in Spanien fast 200 Menschen ums Leben gekommen. Drei Tage vor der Parlamentswahl wurden bei Bombenexplosionen in Nahverkehrszügen in Madrid rund 1500 weitere Personen verletzt. Innenminister Angel Acebes bezifferte die Zahl der Toten am Abend auf 192. Die Zahl dürfte jedoch weiter steigen, da zahlreiche Verletzte in Lebensgefahr schwebten.
Eine in London erscheinende arabischsprachige Zeitung teilte am Abend mit, sie habe ein Bekennerschreiben des Terrornetzwerks El Kaida erhalten. Die spanische Regierung nehme an, dass die baskische Untergrundorganisation ETA für das Massaker verantwortlich gewesen sei, sagte Minister Acebes. Allerdings sei auch nicht auszuschließen, dass islamische Terroristen das Blutbad angerichtet hätten. «Die Polizei ermittelt in alle Richtungen.»
Die ETA sei die wichtigste Spur, denn die Bomben hätten aus dem üblicherweise von der ETA benutzten Sprengstoff bestanden. Außerdem habe die ETA zu Weihnachten 2003 einen ähnlichen Anschlag auf Züge verüben wollen. Der Chefredakteur der Zeitung «Al-Quds Al-Arabi» (London) sagte dem britischen Fernsehsender Sky News, die Bekennerbotschaft von El Kaida sei der Redaktion per E-Mail zugegangen. El Kaida bezeichne Spanien darin als eines der wichtigsten Mitglieder der «Allianz im Krieg gegen den Islam». Deshalb habe El Kaida nun in Madrid zugeschlagen.
Die spanische Regierung reagierte mit der Ankündigung, sie werde das angebliche Bekennerschreiben «genau und kritisch prüfen». Innenminister Acebes, der zunächst eine Verwicklung von El Kaida oder anderer islamischer Gruppen ausgeschlossen hatte, korrigierte sich später. In der Stadt Alcalá de Henares östlich von Madrid sei ein gestohlener Lieferwagen aufgespürt worden, in welchem sieben Sprengstoff-Zünder und ein Tonband mit Koran-Versen in arabischer Sprache gefunden worden seien, berichtete Acebes am Abend. Das gefundene Tonband enthalte keine Drohung. Jedoch stehe der Lieferwagen im Zusammenhang mit den Anschlägen.
Insgesamt waren im morgendlichen Berufsverkehr zehn Bomben fast zeitgleich in vier Pendlerzügen explodiert. Drei weitere, in Reisetaschen versteckte Bomben waren Sprengfallen, die laut Acebes zeitverzögert explodieren und Polizisten und Retter treffen sollten. Sie wurden kontrolliert gesprengt. Insgesamt wurden für die Bomben fast 200 Kilogramm Sprengstoff benutzt. Eine vorherige Warnung gab es nicht.
Die spanische Regierung ordnete eine dreitägige Staatstrauer an. König Juan Carlos rief die Spanier zur Einheit im Kampf gegen den Terror auf. «Der Terrorismus wird seine Ziele niemals erreichen», betonte der Monarch. Ministerpräsident José María Aznar sagte nach einer Sitzung des Krisenkabinetts, der Staat werde sich von Terroristen nicht in die Knie zwingen lassen. «Wir werden nicht vergessen ... wir werden die Terroristen voll und ganz besiegen.» Verhandlungen schloss er aus. Zugleich rief Aznar die Spanier auf, an diesem Freitag im ganzen Land gegen den Terror auf die Straße zu gehen.
Bereits am Donnerstag demonstrierten landesweit Zehntausende von Menschen spontan gegen die ETA. Der Wahlkampf wurde ausgesetzt. Der Chef der verbotenen ETA-nahen Baskenpartei Batasuna (Einheit), Arnaldo Otegi, wies die Verantwortung der ETA für den Anschlag zurück und sprach von einer «Operation des arabischen Widerstands». Vermutlich stünden islamistische Terroristen hinter den Attentaten. Dafür spreche auch, dass es keine telefonische Vorab-Warnung gegeben habe, wie es sonst bei ETA-Anschlägen immer der Fall gewesen sei.
Terrorexperten waren sich nicht einig, auf wessen Konto die Anschläge gehen. Der Kieler Sicherheitsexperte Joachim Krause vertrat im Sender n-tv die Ansicht, «dass eine geschwächte, aber radikalisierte ETA» hinter den Anschlägen stecken könnte. Auch der Leiter des Essener Instituts für Terrorismusforschung und Sicherheitspolitik, Rolf Tophoven, sieht wenig Zusammenhänge zwischen den Attacken und islamistischen Terrorgruppen. Dagegen schloss Anthony Gooch von der London School of Economics nicht aus, dass «El Kaida oder andere islamistische Gruppen die Hand im Spiel hatten».
Die Sprengsätze detonierten im morgendlichen Berufsverkehr im Abstand weniger Minuten zwischen 7.35 und 7.55 Uhr im Inneren der Züge. Der Bahnverkehr in Madrid und Teile des U-Bahn-Verkehrs wurden sicherheitshalber eingestellt, was zu einem Verkehrschaos führte. Betroffen von den Explosionen waren der Bahnhof Atocha - die wichtigste Station im Zentrum der spanischen Hauptstadt - sowie die beiden kleineren Stationen Pozo del Tío Raimundo und Santa Eugenia.
In der spanischen Hauptstadt brach Panik aus, vor den Bahnhöfen spielten sich dramatische Szenen ab. Verletzte irrten blutüberströmt umher, Leichen wurden notdürftig mit Zeitungen zugedeckt. Überall lagen abgerissene Gliedmaßen. Zahlreiche Reisende waren eingeklemmt. Busse und Taxis brachten viele Opfer in Krankenhäuser. Die Toten wurden wegen überfüllter Leichenhäuser ins Messe- und Kongresszentrum außerhalb Madrids gebracht. In dem Zentrum spielten sich dramatische Szenen unter Angehörigen ab, die erst dort vom Tod ihrer Verwandten erfuhren. Wegen der vielen Anrufe brach das Mobilfunknetz zusammen.
Die Anschläge wurden drei Tage vor der Parlamentswahl am Sonntag verübt, bei der Ministerpräsident Aznar (51) nicht wieder antritt. Als klarer Favorit geht der konservative frühere Vizeregierungschef Mariano Rajoy (48) ins Rennen. Sein Rivale ist der 43 Jahre alte Chef der Sozialisten (PSOE), José Luis Rodríguez Zapatero.
Führende Politiker in Europa reagierten entsetzt auf das Blutbad. Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) sieht in den Anschlägen eine «neue Qualität» des Terrorismus in Europa. Er bot Spanien Hilfe bei der Aufklärung der Attentate an. Der EU-Ratspräsident, der irische Regierungschef Bertie Ahern, sprach von einem «Anschlag auf die Demokratie», der EU-Parlamentspräsident Pat Cox von einer «Kriegserklärung an die Demokratie». UN-Generalsekretär Kofi Annan zeigte sich «zutiefst geschockt über dieses sinnlose Morden». Der UN- Sicherheitsrat verurteilte die Anschläge als «Bedrohung des Friedens und der Sicherheit».
dpa hk/jv/ik/cd xx dv
112158 Mrz 04
Die EU wächst
01. Mai 2004
EU/Erweiterung/
(Eil )
Größte Erweiterungsrunde der Europäischen Union vollendet =
Dublin (dpa) - Die größte Erweiterungsrunde in der Geschichte der Europäischen Union ist vollendet. Zehn Staaten zumeist aus Ost- und Mitteleuropa sind seit Samstag Mitglieder der EU. Es sind Estland, Lettland, Litauen, Polen, Tschechien, die Slowakei, Slowenien, Ungarn, Malta und Zypern. Damit gehören der EU nun 25 Staaten an.
dpa rom xx fi
010001 Mai 04
Tsunami in Südostasien
26. Dezember 2005
Indonesien/Erdbeben/
(Zusammenfassung 0945)
Mehr als 550 Tote nach Erdbeben und Flutwellen in Südasien =
Jakarta/Bangkok/Delhi (dpa) - Ein verheerendes Erdbeben auf der indonesischen Insel Sumatra und gewaltige Flutwellen haben am Sonntag in mehreren Ländern Südasiens Hunderte Menschen in den Tod gerissen. Auf Sri Lanka vor der Ostküste Indiens starben nach Behördenangaben mehr als 300 Menschen durch die Flutwelle (Tsunami). Zehntausende seien obdachlos geworden. In Südindien sind nach Medienangaben wahrscheinlich mehr als 250 Menschen durch die gewaltige Welle ertrunken, mehr als 200 - meist Fischer - würden noch vermisst.
Auf der thailändischen Ferieninsel Phuket seien 21 Menschen ums Leben gekommen, berichteten japanische Medien. Auf Sumatra starben nach offiziellen Angaben 80 Menschen. Das Beben sei auch in Malaysia und Singapur sowie auf den Malediven, südwestlich von Indien, zu spüren gewesen. Das Zentrum des Bebens habe in der Stadt Padangsidempuan im Norden Sumatras, rund 1750 Kilometer nordwestlich von Jakarta gelegen. Der Herd des Bebens habe sich in 160 Kilometer Tiefe befunden.
Die Erdstöße hatten nach indonesischen Angaben die Stärke 6,8. Das japanische meteorologische Zentrum sprach von 8,0, US-Geologen ermittelten eine Stärke von 8,5 auf der Richterskala. In der stark betroffenen indonesischen Provinz Aceh auf Sumatra sei Panik ausgebrochen. Gebäude seien eingestürzt und Brücken schwer beschädigt worden. Strom und Telefonverbindungen seien ausgefallen. Menschen seien in Panik aus ihren Häusern geflüchtet, als mehr als 5 Meter hohe Wellen auf die Dörfer zu rollten.
Die Flutwelle erfasste am Sonntag auch die thailändische Ferieninsel Phuket. Häuser seien zerstört worden und Boote seien gekentert. Die thailändische Marine habe Touristen, die sich in Hotels und Bungalows geflüchtet hatten, in Sicherheit gebracht.
Eine Augenzeugin auf einer thailändischen Ferieninsel sagte der dpa: «Es sieht hier aus wie nach einem Wirbelsturm. Viele westliche Touristen aus meinem Hotel werden noch vermisst. Die Flutwelle hat Boote auf das Hotel geschleudert. Am Strand liegt ein dicke Schlammschicht und es stinkt hier fürchterlich. Ich weiß zur Zeit nicht, wie ich hier wegkommen soll.» Das Hauptbeben habe Sumatra um 7.59 Uhr Ortszeit (1.59 Uhr MEZ) erschüttert. Danach seien weitere Erdstöße registriert worden.
dpa ln xxzz jg/op
260944 Dez 04
5. Januar 2005
Asien/Erdbeben/
(Zusammenfassung 1200)
Mehr als 200 000 Tote in Asien befürchtet - Europa gedenkt der Opfer =
Neu Delhi/Banda Aceh/Berlin (dpa) - Die katastrophalen Flutwellen in Asien haben nach jüngsten Schätzungen der Vereinten Nationen mehr als 200 000 Menschen in den Tod gerissen. Kurz vor einer internationalen Geberkonferenz in der indonesischen Hauptstadt Jakarta traf US-Außenminister Colin Powell in der Krisenprovinz Aceh im Norden Sumatras ein. «Ich habe Krieg durchgemacht, ich habe Tornados gesehen, aber so etwas habe ich noch nie gesehen», sagte Powell.
Er hatte sich zuvor per Hubschrauber ein Bild von der Provinzhauptstadt Banda Aceh und der schwer getroffenen Westküste gemacht. In ganz Europa versammelten sich am späten Vormittag die Menschen zu Schweigeminuten im Gedenken an die Opfer des Tsunami-Desasters. Auch die Bundesregierung wollte um 12.00 Uhr ihre Arbeit für drei Minuten unterbrechen, sagte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums.
Powell sicherte den Menschen in der Katastrophenregion die Unterstützung Washingtons zu. «Die amerikanische Regierung wird alles tun was sie kann, um das Leiden zu lindern», sagte er. Die USA stellten weitere Hubschrauber zur Versorgung der Opfer bereit, kündigte Powell an. «Auf uns kommt ein Desaster zu», sagte ein Mitarbeiter des indonesischen Gesundheitsministeriums der dpa. «Auf Grund der schlechten hygienischen Bedingungen können Cholera, Ruhr und Typhus entstehen.» Nach Angaben des Gesundheitsministeriums stieg die Zahl der Überlebenden in Auffanglagern auf knapp 475 000.
Vor den Versorgungszentren in der Krisenregion bildeten sich lange Schlangen. Den Angaben zufolge wurden durch die Katastrophe rund 100 Kliniken in Aceh zerstört. Die inzwischen eingerichteten Feldlazarette seien überfordert, sagte der Sprecher. «Wir brauchen sanitäre Einrichtungen wie provisorische Toiletten.» Mit Blick auf die Überlebenden gehe es zunächst vor allem darum, sauberes Trinkwasser bereitzustellen. Zudem mangele es nach wie vor an der psychologischen Betreuung der Überlebenden.
Auf der kleinen Insel Simelue vor der Westküste Acehs sollen mindestens 73 000 Bewohner von Hunger bedroht sein. Bis Dienstag waren noch keine Hilfsgüter in der Region eingetroffen. Vor allem im Norden Sumatras sei die Lage unübersehbar, sagte der UN-Koordinator für humanitäre Hilfe, Jan Egeland. Die offiziell bestätigte Zahl der Toten lag dort bei rund 94 100. Die Regierung befürchtet allerdings etwa 100 000 Tote.
Die Bundesregierung wollte ihre Finanzhilfe für den Wiederaufbau der Region auf bis zu 500 Millionen Euro aufstocken. Das Bundeskabinett kam am Mittwoch zu einer Sondersitzung zusammen. Die Zahl der im Katastrophengebiet vermissten Deutschen sank leicht, lag zuletzt aber immer noch über 1000. In Indien stieg die Zahl der bestätigten Toten derweil auf 9675. Auch das von chronischen Versorgungsmängeln betroffene Nordkorea will die Hilfsmaßnahmen für die Flutregionen Südostasiens mit 150 000 Dollar unterstützen.
dpa ln xx la
051201 Jan 05
7. Februar 2005
Asien/Erdbeben/
(Zusammenfassung 1500)
Jetzt 300 000 Flutopfer in Asien - eine Million braucht Hilfe =
Jakarta/Berlin/Genf (dpa) - Gut 6 Wochen nach der Flutkatastrophe in Südasien ist die Zahl der Toten und Vermissten auf mehr als 300 000 gestiegen. Allein in der Provinz Aceh im Norden Sumatras starben durch den Tsunami vom 26. Dezember nach offiziellen Angaben vom Montag 114 573 Menschen, fast 128 000 gelten noch als vermisst. Rückläufig ist hingegen die Zahl der vermissten Deutschen.
Offiziell gelten 558 Bundesbürger als verschollen, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes am Montag der dpa. Die Zahl der Toten hat sich dagegen nicht verändert: Bisher sind 60 Deutsche identifiziert worden. In Sri Lanka wurden bei der Naturkatastrophe nach Angaben des Ministeriums für Öffentliche Sicherheit 38 195 Menschen getötet. Vermisst werden 6020 Menschen. Gerechnet wird mit mehr als 40 000 Toten. In Indien gehen die Behörden unverändert von 10 749 Toten aus.
5640 gelten als vermisst, davon 5554 auf den Andamanen und Nikobaren. In Thailand sind inzwischen 5313 Tote registriert worden. 3396 gelten noch immer als als vermisst.
Nach der Flutkatastrophe ist eine Million Menschen nach Einschätzung der Vereinten Nationen (UN) noch ein halbes Jahr lang auf Hilfe angewiesen. Nötig seien Arbeitsmöglichkeiten und Unterkünfte, erklärte Margareta Wahlstrom, stellvertretende Koordinatorin der UN-Hilfe nach einem fünfwöchigen Aufenthalt in der betroffenen Region am Montag in Genf.
Von den zugesagten 901 Millionen Dollar der Geberländer hätten die UN bisher 360 Millionen erhalten, sagte Wahlstrom weiter. Die UN appellierte daher die Länder, die Mittel möglichst rasch zu überweisen, damit mit dem Wiederaufbau begonnen werden könne.
dpa hs/ca/eu xxzz jg
071500 Feb 05
2005
Lkw-Maut und Hartz IV
01. Januar 2005
Verkehr/Maut/
(Überblick 0030)
Lkw-Maut auf deutschen Autobahnen gestartet =
Berlin (dpa) - Die Lkw-Maut auf deutschen Autobahnen ist nach mehr als einjähriger Pannenserie gestartet. Das teilte das Betreiber-Konsortium Toll Collect in der Neujahrsnacht mit. «Es sieht alles danach aus, als hätten wir es dieses Jahr geschafft», sagte Toll Collect Sprecher Harald Lindlar kurz nach Start des Systems. Pünktlich von Mitternacht an werde die Gebühr von im Schnitt 12,4 Cent je Kilometer erhoben.
Die Gebühr für in- und ausländische Lkw mit einem Gewicht ab 12 Tonnen hängt von Achszahl und Schadstoffausstoß ab. Nach den Pannen kommt die satellitengestützte Maut damit 16 Monate später als geplant. Verkehrsminister Manfred Stolpe erwartet in diesem Jahr Mauteinnahmen in Höhe von 3 Milliarden Euro.
dpa wb so mb yydd gp
010035 Jan 05
Jahreswechsel/Änderungen/Arbeitsmarkt/Reformen/
Hartz IV tritt in Kraft - 2,8 Millionen erhalten Arbeitslosengeld II=
Berlin (dpa) - Die heftig umstrittene Arbeitsmarktreform Hartz IV tritt heute (Samstag) in Kraft. Langzeitarbeitslosen werden damit die Zahlungen gekürzt. Sie erhalten statt der Arbeitslosenhilfe das neue Arbeitslosengeld II, das dem Sozialhilfeniveau entspricht. Zugleich soll mehr für die Rückkehr der Betroffenen ins Arbeitsleben getan werden.
Generell gilt nun jede Arbeit als zumutbar, die nicht sittenwidrig ist. Insgesamt erhalten 2,8 Millionen Menschen das Arbeitslosengeld II. Im Westen liegt der Grundbetrag bei monatlich 345 Euro, im Osten bei 331 Euro. Für jedes Kind gibt es je nach Wohnort und Alter 199 Euro bis 276 Euro. Dazu werden die Kosten für die Miete einer angemessenen Wohnung inklusive Heizkosten übernommen.
Langzeitarbeitslose, die keine reguläre Arbeit finden, sollen künftig «Arbeitsgelegenheiten» angeboten bekommen. Für diese gemeinnützigen Arbeiten sollen sie pro Stunde ein bis zwei Euro Aufwandsentschädigung erhalten. Diese so genannten Ein-Euro-Jobs sollen vor allem von Kommunen und Wohlfahrtsverbänden geschaffen werden, die von der Bundesagentur für Arbeit dafür einen Zuschuss erhalten.
dpa ot yyzz bk
010615 Jan 05
Deutscher Kardinal zum Papst gewählt
19. April 2005
Vatikan/Kirchen/Papst/
(Hintergrund)
Viele Schritte von Joseph Ratzinger bis zum Papst Benedikt XVI. =
Hamburg (dpa) - Joseph Ratzinger wurde im Alter von 78 Jahren zum Papst gewählt. Nachfolgend dokumentiert dpa wichtige Stationen seines Lebens.
16.04.1927 - Geboren in Marktl am Inn an der Grenze zu Österreich als Sohn eines Gendarmeriemeisters. Ratzinger hat einen älteren Bruder, der 1964 Domkapellmeister in Regensburg wird. Seine Kindheit und Jugend verbrachte Joseph Ratzinger hauptsächlich im oberbayerischen Traunstein. Schon als kleiner Junge hatte er den Wunsch, Kardinal zu werden.
1946 - Studium an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Freising, später der Philosophie und Katholische Theologie an der Universität München.
1951 - Weihe zum Priester
1953 - Promotion zum Dr. theol. mit einer Arbeit zum Thema «Volk und Haus Gottes in Augustins Lehre von der Kirche». Vier Jahre später Habilitation.
1959 - Berufung im Fachbereich Theologie als ordentlicher Professor für Dogmatik an die Universität Bonn.
1962 - Ratzinger begleitet den Kölner Kardinal Frings als «Sachverständiger» zum Vatikanischen Konzil. Kurz vor dem Ende der Konzilsperiode wird Ratzinger zum offiziellen Konzilstheologen berufen.
1963 - Berufung zum ordentlichen Professor an die Universität Münster. Es folgen Tübingen (1966) und Regensburg (1969)
1977 - Amtseinführung als Erzbischof des Erzbistums München und Freising und Berufung zum Kardinal im ungewöhnlich jungen Alter von 50 Jahren.
1981 - Ernennungen zum Präsidenten der Päpstlichen Bibelkommission und zum Präfekten der Kongregation für die Glaubenslehre in Rom. Ratzinger gilt als wichtigster Mann in der katholischen Hierarchie nach dem Papst in Fragen der Glaubens- und Sittenlehre.
1982 - Berufungen zum Mitglied der Kongregation für die Bischöfe und zum Mitglied des Päpstlichen Rats für die öffentlichen Angelegenheiten der Kirche. Amtsniederlegung als Erzbischof von München und Freising.
1984 - Berufung zum Mitglied der Kongregation für die Selig- und Heiligsprechung
1986 - Ernennung zum Vorsitzenden der Kommission für den Katechismus
1993 - Ratzinger wird Kardinalsbischof und gehört damit zu den sechs ranghöchsten Kardinälen.
1996 - Bestätigung als Präfekt der Kongregation für die Glaubenslehre
2002 - Amtsantritt als Dekan des Kardinalskollegium im Vatikan
19.04.2005 - Wahl zum Papst, Ratzinger wählt den Namen Benedikt XVI.
dpa hu yyzz np
192144 Apr 05

