Die DDR sei an ihren inneren Widersprüchen gescheitert, schreibt der DDR-Bürgerrechtler Friedrich Schorlemmer. Über die Selbsttäuschung des sozialistischen Systems.
Die Bundesrepublik Deutschland, die vor 60 Jahren gegründet wurde, ist ein Kind des Kalten Krieges zwischen den Westmächten und Moskau. Mit der Verabschiedung des Grundgesetzes am 23. Mai 1949 und der Gründung der DDR war die deutsche Teilung besiegelt. Niemand konnte sagen, ob und wann sie je überwunden werden würde.
In der "Stunde Null" liegt Deutschland buchstäblich am Boden. Mit Fleiß, Können und der Hilfe des Marshallplans arbeiten sich die Menschen empor. Die komfortable Wohnung steht ganz oben auf dem Wunschzettel, es folgen der Urlaub und das Auto. Bald wird "Made in Germany" zum weltweit anerkannten Markenzeichen.
Es ist der Ketchup, der am meisten fehlt. "Meine Oma hat den so genial gemacht", schwärmt Christian Vetter noch 20 Jahre nach dem Mauerfall. Der überspülte das Gebiet der ehemaligen DDR mit einer himmelhohen Welle aus echter Tomatensauce. Doch Christian Vetter hat noch immer ausgerechnet den Geschmack der selbstgemachten Soße auf der Zunge.
Dass die Berliner Philharmoniker am 30. Mai 1989 im Ost-Berliner Schauspielhaus gastierten, das erfuhren die Leser der Märkischen Volksstimme in einer längeren Meldung. Wie das Konzert war, darüber schrieb die Zeitung nichts. Dafür ging sie umso ausführlicher darauf ein, welche Politprominenz aus Berlin (West) vor Ort war.
Aus der Serie Zeitzeugen (1972): Klaus Bechler. Der Gifhorner Klaus Bechler (67) überlebte das Blutbad von Fürstenfeldbruck – Auf dem Rollfeld tot gestellt. Barbara Benstem besuchte Klaus Bechler 37 Jahre nach dem Olympia-Attentat. Bechler schildert, wie er dem Massaker von Fürstenfeldbruck entkam und wie es ihm gelang, mit dem Trauma zu leben.