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07.11.11dpa trauert um ehemaligen Chefredakteur Dr. Hans Benirschke

Die dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH trauert um ihren früheren Chefredakteur Dr. Hans Benirschke, der am 4. November 2011 im Alter von 86 Jahren in Hamburg gestorben ist. Benirschke stand von 1968 bis Ende 1990 an der journalistischen Spitze der Agentur. Seine Laufbahn begonnen hatte er dort 1952 in der zentrale Auslandsredaktion. Benirschke berichtete von vielen großen Konferenzen der Welt. Als Zeitzeuge und engagierter Journalist begleitete der promovierte Historiker die deutsche ebenso wie die internationale Geschichte.

Dr. Hans Benirschke, 23 Jahre lang Chefredakteur der dpa, ist im Alter von 86 Jahren gestorben. (Bild: Maurizio Gambarini)

Dr. Hans Benirschke (Bild: Maurizio Gambarini)

dpa-Chefredakteur Wolfgang Büchner würdigte den Verstorbenen als einen großen Mann des deutschen Nachrichtenjournalismus: «Benirschke hat die Werte der Deutschen Presse-Agentur personifiziert: Unabhängigkeit, Unbestechlichkeit, Glaubwürdigkeit und Genauigkeit. Mit seiner Ernsthaftigkeit, Professionalität, seiner unerschöpflichen Neugier, seiner Bescheidenheit und seinem wahrhaftigen Interesse an Menschen ist er für mich und alle Kollegen bei dpa bis heute ein großes journalistisches Vorbild.»

Benirschke sei buchstäblich bis zu seinem Tod eng mit der dpa verbunden gewesen, sagte Büchner. Die internen Protokolle der dpa, aus denen hervorgehe, was der Agentur besonders gut gelinge und was die Redaktion besser machen wolle, habe sich Benirschke jeden Tag zuschicken lassen. «Die dpa trauert um einen Ausnahmejournalisten, einen großen Chefredakteur und einen aufrichtigen Mann, der die Agentur bis zu seinem Tod hellwach, kritisch, aber immer wohlwollend begleitet hat», sagte Büchner.

dpa-Geschäftsführer Michael Segbers sagte: «Ich habe Hans Benirschke 1975 kennen gelernt. Er hat mich schon damals tief beeindruckt - auf der einen Seite als knallharter Nachrichtenprofi, auf der anderen Seite als Mensch, der immer für seine Mitarbeiter da war.» Er sei ein Mann der leisen Töne gewesen, unaufgeregt und gänzlich uneitel. In seinen 23 Jahren als Chefredakteur habe er die Agentur ganz entscheidend weiterentwickelt. «Die dpa profitiert noch heute von seinem unermüdlichen Kampf um unabhängige und qualitativ hochwertige Berichterstattung rund um den Globus», sagte Segbers.

Geboren wurde Hans Benirschke im Altvatergebirge im heutigen Tschechien. Nach dem Zweiten Weltkrieg und seiner US-Kriegsgefangenschaft verdiente er während des Studiums in Würzburg Geld als freier Mitarbeiter der «Main Post». Für die dpa war er unter anderem von 1958 bis 1963 Büroleiter in London. Es folgte ein Intermezzo als England-Korrespondent für mehrere Zeitungen - unter anderem «Süddeutsche Zeitung» und «Rheinische Post» -, bevor er 1966 als stellvertretender Chefredakteur zur dpa zurückkam. 1968 wurde er Chefredakteur. Unter seiner Führung entwickelte sich das Unternehmen, dessen Zentralredaktion seit 2010 in Berlin sitzt, zu einer großen internationalen Agentur. Erinnert wird bei der dpa wiederholt an seinen Satz: «Nehmen wir unsere Aufgabe ernst, aber nicht uns selber.»

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