10.12.08dpa startet türkischen Dienst
Die Deutsche Presse-Agentur (dpa) startet im Frühjahr 2009 einen zweisprachigen Nachrichtendienst in türkischer und deutscher Sprache. Das Angebot mit zunächst täglich rund 50 Meldungen und Berichten ist auf die Informationsinteressen türkischstämmiger Bürgerinnen und Bürger in Deutschland zugeschnitten. Potenzielle Abnehmer sind alle türkischsprachigen Medien im In- und Ausland, aber auch deutsche Zeitungen, Rundfunksender und Online-Angebote, die eine neue Zielgruppe erschließen wollen.
„Als führende Nachrichtenagentur der deutschen Medien sehen wir in diesem Projekt einen wichtigen Beitrag, die Mediennutzung türkischstämmiger Zuwanderer zu erhöhen und sie dadurch besser zu integrieren“, sagt Dr. Heinz-Rudolf Othmerding, der als Mitglied der dpa-Chefredaktion den Dienst inhaltlich verantworten wird. „Die Bevölkerungsgruppe der Migranten wächst besonders in den großen Städten, aber auch in Flächenstaaten wie Nordrhein-Westfalen“, erläutert dpa-Geschäftsführer Michael Segbers. „Wir sind uns mit Medienwissenschaftlern einig, dass die deutschen Medien diese Gruppe stärker als potenzielle Leser und Nutzer berücksichtigen sollten.“
Die neue Redaktion wird ihren Sitz in Berlin haben und aus vier bilingualen Redakteuren sowie einem Netz aus freien Mitarbeitern bestehen. Redaktionsleiter wird der ehemalige Türkei-Korrespondent der dpa, Ingo Bierschwale (55). Der mit Bildern versehene Dienst soll zum April starten. Ähnlich wie im dpa-Basisdienst wird das Spektrum ressortübergreifend sein: von speziellen Integrationsthemen über Service-Inhalte wie EU-Einwanderungsrecht oder Rentenversicherung bis hin zu Politik, Wirtschaft, Metropolenberichterstattung, Sport, Kultur und Unterhaltung.
Deutsche Medien können den Dienst in der deutschen Sprachversion für ihre allgemeine Berichterstattung nutzen, in der türkischen Sprachversion für besondere Angebote an die Zielgruppe wie etwa Beilagen oder Online-Services. Wie bei der Einführung der dpa-Kindernachrichten plant die Agentur Workshops mit Chefredakteuren und Fachleuten zum Thema Medien und Migration.
„Wir sind zuversichtlich, dass wir genügend Abnehmer für dieses neue dpa-Angebot finden, die Zeit dafür ist reif“, sagt Segbers. Verschiedene Großstadtzeitungen und Rundfunkanbieter hätten zuletzt bereits ihr Angebot für Migranten deutlich ausgeweitet und können durch den neuen Dienst nun auf noch mehr zielgruppengerechte Nachrichten und Themen in dpa-Qualität zugreifen.
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