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10.02.09dpa überprüft redaktionelle Arbeitsabläufe und Strukturen

Die größte deutsche Nachrichtenagentur, die Deutsche Presse-Agentur dpa, stellt die Produktionsabläufe in ihren redaktionellen Zentralen grundsätzlich auf den Prüfstand.

"Ziel ist, die Trennung zwischen den Medien-Formaten und die historisch gewachsene, räumliche Spaltung  zwischen wesentlichen Redaktionsteilen zu überwinden. Am Ende dieses Prozesses soll feststehen, wie und wo sich die Redaktionen der Agentur für die kommenden Jahre und für die künftige Medienentwicklung richtig aufstellen", sagte Chefredakteur Wilm Herlyn am Dienstag in Hamburg.

    "Die Strukturveränderungen in der Medienwelt setzen sich unverändert fort. Multimedialität und Multikanalfähigkeit gewinnen weiter an Bedeutung. Die dpa-Unternehmensgruppe insgesamt trägt dem mit ihrem Wandel zum umfassenden Informationsdienstleister Rechnung. Auch im redaktionellen Alltag der Nachrichtenagentur müssen jetzt entsprechende Konsequenzen gezogen werden", sagte Malte von Trotha, Vorsitzender der dpa-Geschäftsführung.  Aus der Sicht von Geschäftsführung und Chefredaktion sprechen gute Argumente für eine Zentralisierung von redaktionellen Bereichen in Berlin.

    Die Untersuchung, die von einem externen Berater begleitet wird, betrifft alle Bereiche, deren Arbeit dem redaktionellen Produkt dient. Sie ist nicht mit einem konkreten Sparziel verbunden und im Ergebnis offen. "Das Ergebnis wird sich aber auch daran messen lassen müssen, wie es dem ständig weiter steigenden Kostendruck auf die dpa begegnet", sagte Herlyn.

    Von Trotha betonte, dass Hamburg als Firmensitz der dpa und als Sitz zentraler Dienstleistungen im Unternehmen und der Unternehmensgruppe wie Vertrieb, IT, Controlling oder Buchhaltung nicht zur Diskussion steht. "Wir gehen dieses Projekt jetzt auch an, weil wir wirtschaftlich gesund sind und die eventuell damit verbundenen, finanziellen Belastungen ohne Nachteile für unsere Produkte und Kunden schultern können", sagte von Trotha. Ergebnisse sollen noch in der ersten Jahreshälfte vorliegen. Nicht betroffen sind die Landes- und Auslandsdienste der dpa.

    Aktuell sind die Zentralredaktionen der dpa dreigeteilt: Die Bildredaktion arbeitet in Frankfurt am Main, die Dienste für Internet und Mobilfunk werden wie die Ratgeberangebote, die Grafiken und die Basisdienst-Berichterstattung aus den Ressorts Politik International, Wirtschaft, Vermischtes, Wissenschaft, Medien, Kultur und Sport in Hamburg erstellt. Die Redaktion Politik Deutschland für die innenpolitische Berichterstattung sitzt mit einer Fotoredaktion, dem Audio- und Videoteam und dem Englischen Weltnachrichtendienst in Berlin.

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