dpa-Faktencheck
Faktencheck-Regeln
Der dpa-Faktencheck ist streng genommen ein Behauptungs-Check. „Stimmt das?“ oder „Ist das wirklich so?“ – mit diesen grundlegenden Fragen wollen wir aktuelle, gesellschaftlich relevante Behauptungen überprüfen. Bei der Auswahl von Themen für dpa-Faktenchecks ist der Reizwert eines Themas der entscheidende Faktor. Damit ist gemeint, dass eine Behauptung oder eine These einen hohen Gesprächswert hat oder ein Aufregerthema ist.
Idealerweise ist ein dpa-Faktencheck in die Bereiche „Behauptung“, „Bewertung“ und „Fakten“ aufgeteilt. Dieses Format soll eine möglichst große Klarheit schaffen. Was genau wurde behauptet? Wie bewertet dpa diese Behauptung? Auf welche Fakten stützt sich die dpa-Bewertung? Die Bewertung schließt nach Möglichkeit ein deutliches Urteil ein, wie zum Beispiel: Die Behauptung stimmt oder stimmt nicht. Möglich sind aber auch Abstufungen wie „stimmt überwiegend“ beziehungsweise „stimmt überwiegend nicht“.
Die Auswahl für Faktenchecks beschränkt sich keineswegs nur auf politische Themen. Die dpa überprüft in ihren Diensten auch Behauptungen aus den Ressorts Wirtschaft, Wissenschaft, Panorama und weiteren, für das gesellschaftliche Leben relevante Bereichen.
Die dpa-Faktenchecks sollen es den Leserinnen und Lesern ermöglichen, sich auch bei komplexen Themen eine eigene, auf Fakten gestützte Meinung zu bilden. Im Idealfall können sie damit unbegründete Vorurteile oder in die Irre führende Manipulationen hinterfragen und letztlich widerlegen. Es ist zudem ein Ziel der dpa, durch Faktenchecks die Leserinnen und Leser mit Recherche-Techniken im digitalen Zeitalter vertraut zu machen.
In bestimmten Fällen können die Autoren der dpa-Faktenchecks von der strengen Formatvorgabe abweichen. Diese Ausnahmen gelten aber nur für gesellschaftlich höchst relevante Konfliktthemen, bei denen eine Bewertung aus bestimmten Gründen nicht nach den vorgegebenen Regeln erfolgen kann, weil zum Beispiel der dpa nicht alle für einen Faktencheck erforderlichen Informationen vorliegen. In diesen Fällen, bei denen ein erhebliches gesellschaftliches Interesse an einer Einordnung vorliegt, ist ein Faktencheck auch mit einer Bewertung unter Vorbehalt oder Einschränkungen möglich.
Die Journalistinnen und Journalisten der Deutschen Presse-Agentur versuchen, die Faktenchecks so transparent wie möglich zu formulieren. dpa legt damit Rechenschaft ab über ihre Recherchen und Arbeitsweisen. Das heißt zum Beispiel, dass alle in den Texten verwendeten öffentlichen Informationen verlinkt werden. Es ist das Ziel unserer Faktenchecks, dass die Leser mit Hilfe der Links den Faktencheck nach Möglichkeit selbst vornehmen können. Idealerweise können die Leser damit die Arbeitsweise der dpa überprüfen und bei Interesse selbständig weiter recherchieren.
Die dpa greift in ihren Faktenchecks im Basis- oder in den Landesdiensten in der Regel Themen von nationaler oder mindestens bundeslandweiter Bedeutung auf. Denn als größte deutsche Nachrichtenagentur haben wir mit unserer Berichterstattung eine enorme Reichweite. Es ist bekannt, dass provokante oder extremistische Behauptungen beim Publikum mitunter häufiger in Erinnerungen bleiben als die objektiv formulierte Widerlegung. Deshalb wird dpa in der Regel in ihren Faktenchecks keine lokalen Reizthemen aufgreifen, um diesen Manipulationen oder Verfälschungen keine bundesweite Bühne zu bieten. dpa muss hier stets abwägen zwischen: Geben wir mit einem dpa-Faktencheck womöglich falschen Behauptungen unnötig eine zusätzliche Reichweite oder überwiegt der Vorteil, zu diesem Thema geprüfte und nachvollziehbare Informationen bereitzustellen?
Die dpa ist strikt überparteilich, an keine Konfession oder Weltanschauung gebunden und wirtschaftlich unabhängig. Unter dieser Prämisse wählen wir auch die Themen für unsere Faktenchecks aus. Für uns ist keine gesellschaftliche oder politische Haltung ausschlaggebend, sondern allein der Geist des Grundgesetzes.
Wie alle Texte der dpa entstehen auch die Faktenchecks ausschließlich in Teamarbeit. Mindestens zwei Journalisten sind daran beteiligt. In der Regel gehören Mitglieder des dpa-Faktencheck-Teams zu den Autoren und Redakteuren der Faktenchecks. Aber auch alle anderen dpa-Journalisten sind durch ihre Ausbildung und tägliche Arbeit als Agenturjournalisten erfahrene Faktenchecker. Recherche und Überprüfen von Informationen sind das grundlegende Handwerkszeug bei dpa. Sie sind sowohl das Fundament der Ausbildung im Volontariat als auch alltägliche Praxis der Redaktion bei allen Themen.
Leserinnen und Leser haben ebenso wie alle Kunden der dpa die Möglichkeit, der dpa-Redaktion Themen für neue Faktenchecks vorzuschlagen. Sie können dabei die aus ihrer Sicht bundesweite oder zumindest bundeslandweite Relevanz erläutern. Diese Vorschläge, aber auch Feedback zu bereits gesendeten Faktenchecks können direkt an das Faktencheck-Team der dpa geschickt werden (faktencheck[at]dpa.com).
Korrekturregeln
Die dpa-Faktenchecks entstehen – wie alle Texte der Nachrichtenagentur – mit höchster Sorgfalt, Ausgewogenheit und Genauigkeit.
Natürlich können wir Fehler nicht völlig ausschließen. Trotz aller Standards und Kontrollmechanismen besteht immer die Möglichkeit von Missverständnissen, Irrtümern oder einfachen Schreibfehlern. Glaubwürdigkeit ist das höchste Gut der dpa. Jeder Fehler wird daher bei Bekanntwerden umgehend, ehrlich und so transparent wie möglich berichtigt - auch die kleinsten. Auch zu ihren Fehlern legt die dpa-Redaktion damit Rechenschaft ab. Alle dpa-Journalisten sind angewiesen, Fehler so transparent wie möglich zu korrigieren. Das bedeutet, dass im Einzelnen angegeben werden muss, was falsch berichtet wurde und wie die Änderung konkret aussieht.
Zudem werden Fehler intern besprochen, Lehren daraus gezogen und Verstöße gegen unsere Standards konsequent aufgearbeitet. Bei großen Fehlern, die zum Beispiel zum Zurückziehen einer Meldung führen, bietet dpa ihren Kunden in geeigneten Fällen zudem eine ausführliche Berichterstattung zum Zustandekommen des Fehlers und der Korrekturen an. Leserinnen und Leser können dpa direkt über diese Mailadresse faktencheck[at]dpa.com anschreiben.
So sieht eine typische Berichtigung eines dpa-Faktenchecks aus. Dies ist ein weiteres Beispiel für das transparente Korrigieren von Fehlern im dpa-Dienst.
